Mit Ursula Gressmann habe ich über ihr Gedicht „Licht und Schatten“ diskutiert.
Da steht „lucifers lehre“ frech aber hoffnungslos daneben. Dieses Gedicht hätte vielleicht sogar beim Hinz einen Platz
gefunden, ist aber schon in die ewigen... „worträume“ eingegangen.
Für die Hoch-Zeit des Sommers wurde mir empfohlen, viel mit Wiederholungen zu arbeiten. Eigentlich wäre „Komm
doch!“ eine, doch vielleicht ist das, was ich diesmal daran verändert habe, nicht belanglos.
Wie grämt es mich, dass die Hinz-Ader in letzter Zeit so wenig Kreativität hervorgebracht hat. Da ist es schon ein Erfolg, wenn
ich wenigstens eines der bereits vorgestellten Ideen auf eine eindeutige Verbesserung hin bearbeiten konnte. Ich halte die jetzige „Neuererkarriere“ jedenfalls für eine Verbesserung der Vorlage.
Obwohl „kein wiegenlied“ in „worträume“ Platz gefunden hat, wird das Gedicht umstritten bleiben – und sei es allein
deshalb, dass viele derer, die es bisher hörten, die harte Aussage hinter den fast idyllischen Bildern nicht sehen konnten oder wollten.
Zu „geschlossen“ ist eigentlich nicht viel zu sagen außer „Es ist eine alte Geschichte...“
„Betäubend
das Herz verwirrend...“
Nicht nur Ursula Gressmann merkt, wir haben Sommertage. Aber sie findet ihre Worte dafür.
Ich hoffe, es ist produktiv, sich selbst zu zwingen, was einmal seine erste rohe Gestalt gefunden hat, wenn etwas Abstand da ist,
zu überarbeiten. Ein Produkt solcher Mühe ist „Sternklang“...
Bald nun ist ... Zeit für „worträume“. Das sollte „Dem Mahnenden“ kein Grund sein, sich mit an Gedichten zu freuen, die es
in diesen Band geschafft haben.
Mit der Einspielung von gesungenen Texten haben sich zwischenzeitlich nicht klärbare Probleme ergeben.
„Die Ballade vom Tal der Blinden“... Ja, es ist ernst gemeint. Man kann sie wirklich singen, wenn man
Schuberts „Die Forelle“ benutzt. Ich habe es glücklicherweise erst bemerkt, als ich schon fast fertig war. Inhaltlich gibt es zwei Inspirationen. Ich bin gespannt, ob wenigstens eine
erkannt und mir zugebilligt wird, sich solcherart zu nutzen. (Die andere weiß ich selbst nicht mehr, aber ich weiß, dass es sie gibt.)
Diesmal wage ich ein Experiment: Ich beginne logischer Weise unterm „Lied vom schwarzen Schaf“ - Das versteht
sich von selbst. Aber weil die „Ballade...“ so lang ist, habe ich sie „zerstückelt“. Weil ich hoffe, sie ist „spannend“ genug, ihrer Auflösung entgegen zu gehen, bilde ich mir ein, dies tun zu
können... Wir wollen einmal sehen,wer nach dem Anfang noch Lust hat, zu verfolgen, wie die Geschichte weitergeht...
Ich bin mal gespannt, wem „Anklopfen“ bekannt vorkommt. Ja, ich habe es mit diesem Titel schon
einmal versucht. Aber der Schluss, der ist wirklich ein neuer... Und auf ganz eigentümliche Weise könnte es so unter „Entschuldigung“ passen...
Denn nachdem gestern nur Gäste zu Wort kamen, heute nun Bekanntes. Dabei sind die anderen beiden Gedichte aus „worträume“:
„Abu“ und „kein Sterben“...
Heupferdchenzeit,...“ fand Hanna Fleiss in ihrer Sommerstadt. „...Und
kein Himmel / Sank auf die Nächte...“ Es könnte alles so schön sein. Doch auch wenn Ursula Gressmanns DU „Wieder zu Hause“
ist aus dem Kommandoraum im Arm seiner Liebsten, wird es das nicht mehr als Mensch wie zuvor sein. Was könnte sein – was ist...
Zu guter Letzt eine Folge dessen, was ich angestoßen hatte: Das Spiel mit
den kurzen Formen. Eines ist sicher: Ein Limmerick ist Volker
Brauers Splitter Nummer 1 nicht, ein Tanka auch nicht. Aber der japanischen, uns fremden Lyrik-Tradition kommt er schon entgegen...
Zu den Sünden von Autorenkreisen, Schreibwerkstätten und Ähnlichem, von denen schwer zu entscheiden ist, sind sie nun verzeihlich oder nicht, gehören
Aufgabenstellungen wie „...und bis zum übernächsten Mal probiert einmal jeder ein eigenes Sonett zu schreiben“. Auch mir ist das gerade passiert. Aber als rachsüchtiger Mensch war dies nur
Anlass, einen besonders tiefsinnigen Text unte dem Motto DIE SO-NETT(E)-SCHWANGERSCHAFT zu schreiben. Der arme hamletische
Shakespaere-Geist...
Auch wenn ich mir erlaube, worträume sei dank, erlaube über kein ende der geschichte nachzudenken. Aber letztlich hilft mir Ursula Gressmann zu einem wunderschön nicht zu den anderen Gedichten passenden Abschluss mit ihrer „Sommerliebe“...
Als Hinweis, die gestern CV für einen Druckfehler an Stelle von GV hielten: Es ist wirklich curriculum vitae gemeint...„