Artikel teilen! Gedichte des Tages Nr. 1525: Nun sind wir in der Pflicht: Gestern wurden mit Brunhild Hauschilds Gedicht zwei Rätsel gestellt. Nun die Auflösun ...
Nun sind wir in der Pflicht: Gestern wurden mit Brunhild Hauschilds Gedicht zwei Rätsel gestellt. Nun die Auflösung:
Die eine ist einfach. Der Titel des Gedichts ist wahrscheinlich zu konkret. Es ist normaler, dass die Seen "schon" früher zufrieren.
Die andere ist die wohl unbeabsichtigte Komik:
Meine Wangen, angstvoll heiß,
dennoch trägt das Eis mich schon.
Da ein Gedicht ja im Zusammenhang gelesen wird, hat der Wunsch der Autorin, dass sich alles schön reimt (was ihr formal auch gelang), inhaltlich zu der Verwunderung geführt, dass das Ich trotz der heißen Wangen vom Eis getragen wird. Eigentlich ein so hübsches Paradoxon, dass es verdiente, ausgebaut zu werden ...
Dabei freue ich mich "immer aufrichtig" über Brunhilds Gedichte: Sie hat etwas zu sagen. Wie sagt man dagegen etwas Nichtssagendes? Bisher hatte das Wort aufrichtig noch eine gewisse Unschuld. Es wurde "von gewissen ..." gemieden. Das wird wohl jetzt auch anders ...