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  • Lyrik-Veröffentlichungen "worträume" allein, "Mit Blindenhund durchs Liebesland" zusammen mit Ricardo Riedlinger und Volker Brauer und als einer von 10 Autoren aus Israel, Österreich und Deutschland: 10 X 10 = 100,
Prosa: "Planet der Pondos" (Rom
  • Lyrik-Veröffentlichungen "worträume" allein, "Mit Blindenhund durchs Liebesland" zusammen mit Ricardo Riedlinger und Volker Brauer und als einer von 10 Autoren aus Israel, Österreich und Deutschland: 10 X 10 = 100, Prosa: "Planet der Pondos" (Rom

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Lesungen

15. August 2012 3 15 /08 /August /2012 18:23

Es lebten einst drei Träumer

in einer fernen Welt

des vorgestellten Reichtums

an virtuellem Geld.

 

***

 

Der erste ging geschäftig

des Tages Pflichten nach.

Er hatt´so viel vergessen,

längst lag er hälftig brach.

 

Doch ging er abends schlafen

dann lauerte ein Traum

mit albig schwerem Drucke

von früh gefälltem Baum.

 

Der Träumer hofft´ am Tage,

ihn quält die Hektik nicht,

und fühlt´ den Druck der Pflichten

zur Nacht als Baumgewicht.

 

Der Träumer flieht die Nächte,

der Träumer hasst den Tag,

weil er sie alle beide

so ganz und gar nicht mag.

 

Es steckt in jedem Tage

die Nacht und auch der Tag.

Das lässt sich nicht verändern,

selbst, wenn man es nicht mag.

 

***

 

Der zweite Träumer aber

erträumt in jeder Nacht,

wie schön für ihn der Tag wär,

was er dort hätt vollbracht.

 

Und jeder Morgen sagt ihm,

bald ist der Tag vorbei,

bald darfst du wieder träumen,

bald bist du wieder frei.

 

Den Tag zu überstehen

ist ihm sein höchster Sinn.

So gehen seine Jahre

als Traumnachtreihe hin.

 

Er will die geldnen Zahlen

im Lichte überstehn,

kann er danach im Dunklen

was traumhaft Schönes sehn.

 

Es steckt in jedem Tage

die Nacht und auch der Tag.

Das lässt sich nicht verändern,

selbst, wenn man es nicht mag.

 

***

 

Der dritte Träumer aber

pflückt seinen guten Traum

zur Nacht als roten Apfel

am Tag vom Apfelbaum.

 

Er will die Träume leben,

die er sich ausgewählt,

an Stelle leeren Geldes

fragt er, was wirklich zählt.

 

Er träumt in seinem Schaffen,

er schafft in seinem Traum,

er sieht vor lauter Träumen

die Albtraumzeiten kaum.

 

Die wollen ihn umfangen

mit einem Strick von Angst.

Dir Träumer fehlt das Kleine,

um das du täglich bangst.

 

Es steckt in jedem Tage

die Nacht und auch der Tag.

Das wird auch nicht verändern,

wer es wohl ändern mag.“

 

***

 

Die drei verletzten Träumer

sie trafen sich am Tisch.

Zwei waren ziemlich müde,

der dritte schien noch frisch.

 

Der hat ein Lied gesungen:

Singt Träume in die Welt,

damit sie tags und nächtens

uns richtig gut gefällt.“

 

Ihr denkt, ich sei der Träumer

am Tisch mit Nummer vier?

Wir hätten uns geeinigt

bei Rotwein, Cognac, Bier?

 

Ich muss euch da enttäuschen:

Es stand ein jeder auf,

mit seinen eignen Träumen,

die Welt nahm ihren Lauf.

 

Die Träumer sind am Sterben,

so langsam, nach und nach.

Die Welt des Virtuellen

wird leer und taub und brach.

 

***

 

Kommt, gehen wir zum Tischler

mit einem Auftrag hin:

Mach uns ein Bett für Riesen

mit Platz zum Träumen drin!

 

Bringt her die Schaummatratzen!

bringt her ein grenzenloses Zelt!

wir wollen träumend bauen

die geldlos schöne Welt!

 

Kommt alle rein, ihr Träumer,

solang es euch noch gibt!

Kommt, träumen wir zusammen,

wie man sich alblos liebt!

 

Es steckt in jedem Tage

die Nacht und auch der Tag.

Doch kann man sie gestalten,

bis man sie beide mag. 

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