Sagen wird man über unsre Tage
Den einen Wettbewerb,
den hatten sie verloren,
groß war ihr Mund,
die Kehle, ohne Frage.
Jedoch der Mahnung wehrten sie die Ohren.
Sie kauten schwer an diesem Erbe.
Doch ohne neuen Anbeginn
– so war nun mal das menschliche Gewerbe –
hatt´ weder Marx noch Einstein einen Sinn.
(Slov ant Gali)
PS: Freunden der DDR-Lyrik wird der Titel bekannt vorkommen...
von Slov
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früher hing
seine rote fahne
im wind
und er
sprach von
überlegenheit
des sozialismus
heute
umklammern
ein schwarzer
und ein goldener streifen
das rot
seiner fahne
er ist nicht
manager geworden
bei grillwurst und bier
wartet er auf
den nächsten fußballtitel
seines deutschlands
im marktwind
schon damals
waren seine
mainelken
nicht echt
(Slov ant Gali)
von Slov
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Samstag, 16. februar 2008
4. November 1989
Die Menschen, die zusammen standen,
an Berlins bekanntestem Platz,
die Hoffnung hatten, doch den Weg nicht fanden,
die wussten um ihr Land, um ihren Schatz.
Muss die Geschichte alles wiederholen
als Grausen steigernde Kopien
längst stampfen wieder deutsche Sohlen
durch nur nicht so genannte Kolonien.
Vielleicht hat damals eine Unterschrift
uns nur Titanic-Tickets eingebracht.
Vielleicht, dass´s uns im Dunklen trifft,
macht an das Licht, es ist schon Nacht.
(Slov ant Gali)
von Slov
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Slov ant Gali
Daueralb DDR
Wenn der Mond unheimlich grinst,
besucht er mich wieder,
der Alb
in meinen wehrlosen Schlafstunden.
Ich nähere mich
den Räumen
meiner letzten
sicheren Arbeit
im Glauben,
es seien nur Monate
vergangen
an der Jahre Statt
zwischen dem Jetzt
und dem Tag,
da mir der Weg gekappt.
In meinem Alben
liegt eine Krankheit
ohne Namen
auf dieser Zeit.
Sie entfernte mich
von dem,
was ich
so gern getan.
Das, was ich einst
geleistet,
vermag ich nie mehr,
und man hätte mich doch
bezahlt
für meine Arbeit,
kehrte ich
wie gerade
im Traum
gesund
zurück.
Ob dieser Alb
nur mich
besucht?
von Slov
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Dienstag, 4. dezember 2007
Exil im eigenen Land
Zu Hause einst
trat ich
für meinen
Traumvogel
in die Pedale.
Bergauf schiebend
ahnte ich
die höher gelegene
Ebene.
Heute
erstehe ich
Sonderangebote
Flüge ins
Traumvogelland,
erwerbe
Vögel
aus Glasperlen.
Vom Rad
im Keller
wische ich
Staub
mit einer Feder.
von R.K.
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