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Jahreszeitliches/Feiern

Mittwoch, 25. november 2009 3 25 /11 /2009 10:23
 

Am Wintermorgen

 

auf straßen und steigen

eine frisch gewebte decke

gefrorenen atems

schuldiger wie unschuldiger

 

dicker reif

streichelt schlafende fahrkäfige

geschmückt ihre scheiben

mit bizarren blumenbildern

vom liebeskrank klirrenden frost

 

achtlos zur arbeit aufbrechende

kratzen an der idylle

bald haben sich

spuren in spuren verloren


(Sprechversion)

 

 

von Slov - veröffentlicht in: Jahreszeitliches/Feiern - Community: Sprechen durch Schreiben
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Samstag, 21. november 2009 6 21 /11 /2009 17:19
 

Festliches Fazit

 

Genug nun der Lieder gesungen;

das himmlische Jauchzen verklungen;

der Baum wird noch nicht abgehangen;

die Verwandtschaft ist, oh Glück, gegangen

 

Der Frieden war, wie stets gelogen;

die alte Stellung wurd bezogen.

Verschwenden wir noch schnell Moneten

für deutsche Jahresendraketen.

 

Was, da war was mit ner Krippe?

Rührt uns das trotz Schweine-Grippe?

Friedhofsgärtner, putz den Spaten,

für die Heimkehr der Soldaten…

von Slov - veröffentlicht in: Jahreszeitliches/Feiern - Community: Sprechen durch Schreiben
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Samstag, 21. november 2009 6 21 /11 /2009 08:00
 

 

Herbstgedicht

geschrieben von und im Eichendorf nach dem siebten Grog

Es stehet das Bäumchen ganz stille

errötend in windfreier Nacht.

Längst schweigt seine Freundin, die Grille,

und es hat an die Zukunft gedacht:


Bald blasen die frostigen Winde

und machen es nackig und bloß.

Ein Schneemann, geliebt von nem Kinde,

wird die Mohrrübennase los.


Das Bäumchen möcht so gern sich verbergen,

wenn es achtlos umgangen friert.

und sich zwischen Riesen und Zwergen

der Entkleidung wegen geniert.


Es sind später sprießende Triebe,

die das Bäumchen im Winter bewahrt,

denn solch Bäumchen voller Früchte und Liebe,

wird ein Baum, der sich krönet und jahrt.

von Slov - veröffentlicht in: Jahreszeitliches/Feiern - Community: Muttersprache - Community
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Donnerstag, 19. november 2009 4 19 /11 /2009 12:34
 

 

Weihnacht

die botschaft
vernahm ich wohl
allein
der glaube
fehlt

ich hoffe
das kind wird
noch geboren
in dessen namen
kein gewehr geweih-
nachtet wird

bis dahin
meine hand
denen die sagen
du sollst nicht töten
es nicht tun

und andere

nicht tun lassen

meinen sack
fülle ich
mit kalaschnikows
geladen mit

frieden

von Slov - veröffentlicht in: Jahreszeitliches/Feiern - Community: Linke Literatur & Toleranz
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Donnerstag, 19. november 2009 4 19 /11 /2009 12:32
 

 

Vom Weihnachtsmann- und Osterhasendasein

 

Im Weihnachts- und im Osterfalle

da gibt es Wesen, die an alle

in Liebe und voll Wärme denken

und sie mit Gaben reich beschenken.

 

In unsren ersten Lebensjahren

da mussten wir jedoch erfahren,

dass wer da selbstlos gibt bei Nacht,

in Wirklichkeit ist ausgedacht.

 

So bleibt uns nur in solchen Zeiten

die Freude selbst uns zu bereiten.

Denn wer sich freut an fremdem Glück

bekommt es sicher auch zurück.


Als Bunteeierlegehasen

mit Mitkindfreudemachernasen

verschönern wir uns sehr das Leben...

So ist das eben.

von Slov - veröffentlicht in: Jahreszeitliches/Feiern - Community: Sprechen durch Schreiben
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Donnerstag, 19. november 2009 4 19 /11 /2009 12:28
 

Am Heiligen Abend um viertel nach acht



Am Heiligen Abend um viertel nach acht,
da will für Momente ganz stille ich sein.
Ich stell' eine Kerze ins Fenster hinein
und schicke ihr Licht in die Nacht.


Ein Licht, das für den, dessen Herz leise weint,
weil's voller Verzweiflung und Traurigkeit ist,
für den, der zwei liebende Hände vermisst
und jenen, der einsam ist, scheint.


Ein Licht für das Kind, das heut' hungert und friert,
das "Frieden" nur noch aus Erzählungen kennt;
den Alten, der betteln muss für ein paar Cent,
die Frau, die sich prostituiert.


Ein Licht für all' jene, die unheilbar krank,
die nur noch die Hoffnung am Leben erhält;
für den, der sich eine gerechtere Welt
erträumt und erkämpft lebenslang.


Ein Licht aber auch für all' die, die mir nah'
und jene, die trauernd im Herzen ich trag;
ein Licht für die Freundin, den Freund, den ich mag,
und jeden, der nett zu mir war.


Und blickst du zum Fenster hinaus in der Nacht
und siehst, wie ein Leuchten die Schwärze durchbricht,
dann weißt du, ich schickte auch dir dieses Licht,
am Heiligen Abend um viertel nach acht.

von Slov - veröffentlicht in: Jahreszeitliches/Feiern - Community: Sprechen durch Schreiben
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Mittwoch, 18. november 2009 3 18 /11 /2009 15:38
 

An der Krippe

 

wir feiern

einer ist

geboren

ein er

ein du

ein ich

ein wir

 

wir spielen

die könige

aus dem morgenland

mit gaben

die wir nicht

verstehen

 

wer geboren ist

soll leben

zusammen

ohne ihn

mit ihm

mit mir

mit uns

von Slov - veröffentlicht in: Jahreszeitliches/Feiern - Community: Sprechen durch Schreiben
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