Hanna Fleiss

Mittwoch, 4. februar 2009

 

Aus dem Schatten

Trat das Angesicht der Stadt. Abduft von

Staub, Gasen, selten gelüfteter

Seelen fiel über sie her. Lampen

Verglosten.


Niemand

Sah die südlichen Inseln. Alles drängte

In die U-Bahnschächte. Durchs

Tor der Gleichen hinkte, unbeachtet,

Ein zyklopischer Zerberus.


Die Bahn kam. Zwischen

Den Gleisen ein Blitzen, kränkliches Leuchten.

Sie hieltens für das Wort

Eines Halbgotts. Träumer, wund, stürzten

Auf die Knie.

von Slov
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Sonntag, 1. februar 2009

 

Aus Allerweltswinkeln

Der Mai. Flieder, woher dein Violett?

Schwalben auf dem Weg.

Und der Ahorn steht im Grün.

 

In der Wölbung des Himmels

Licht. Menschen mit

Blumen am Hut. Geborgte Träume

Bis unter die Stirn. Jemand wirft

In die Gosse

Ein Liebesgelüst.

 

Aber der Ahorn,

Stände er längst nicht

Im Grün.

von Slov
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Sonntag, 1. februar 2009

 

Bergahorn,

Weitarmig, hochgipfelnd.

Zauber des fünffingrigen Blatts,

Kühle der Säfte, honiggeboren.

Neu der gewöhnliche Tag.

 

Durch die Zweige

Ein Wind, der Streifen Licht fällt

Auf mich, ich fang ihn auf

Mit den Augen. Flieg,

In den Fliederbusch flieg.

 

Himmel,

Ein Lichtfang, grün. Es neigt

Das Gras sich ins Ufer. Und drüber

Der Schatten des Baums. Ich taumle,

Schwebe, ganz Wolke.

von Slov
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Sonntag, 1. februar 2009

 

Traum,

Aus Schemen Gegenwart,

Schlafgeboren.

 

Segellos

Treib ich im Strom des

Erinnerns. Das alte Haus, verratene Plätze,

Stimmen verletzter Bäume -

In mir tönen sie. Die blaue Taube,

Die mir Sand aus den Händen frisst.

 

Fliederjahre.

Der Himmel zieht, Rauch

In den Gärten. Der ölschwarze Fluss,

Zerbombte Lastkähne. Die Brücke

Ins Nirgendland. Gesichter, erstorben.

Die Handvoll Holunder.

Sommer, von Sternbildern erleuchtet.

Dämmernde Sonnen, gelbe

Lebendige Monde.

 

Ich liege,

Erzittre, flüchte,

Lausche Bildern nach.

von Slov
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Sonntag, 1. februar 2009

Weit

Der undeutbare Blick

Ins wunde, zerrissne Antlitz

Der Erde.

 

Sand,

Vielfarbige Dünen,

Das Restschwarz der Kohle,

Nachmittag und die Sonne

Hinter der Welt. Ich sah das Schaufelmaul

Eines Riesentiers, scheppernd

Noch aus der Ferne.

 

Angehaltenen Atems

Griff ich der toten Erde ins Sandherz.

Mir durch die Finger rieselte Stille.

Diese erstickte Stille.

von Slov
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Sonntag, 1. februar 2009

 

 

 

Brennende Helle

Des Morgens. Erwacht

Die Tauben der Stadt. Lautlos,

Melancholische Flieger,

Berühren sie

Himmel und Erde.

Düfte vom Frühling.

Winde treiben

Durch die Straßen

Vergrabne, verschüttete

Menschenträume.


von Slov
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Sonntag, 1. februar 2009

 

 

 

Brennende Helle

Des Morgens. Erwacht

Die Tauben der Stadt. Lautlos,

Melancholische Flieger,

Berühren sie

Himmel und Erde.

Düfte vom Frühling.

Winde treiben

Durch die Straßen

Vergrabne, verschüttete

Menschenträume.


von Slov
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