Tagtraum
Laub knistert unter
meinen Füßen und
flüstert vom
nahenden Winter.
Blassblau wölbt sich
der Himmel über mir,
leise rufe ich nach dir,
doch nur der Wind
antwortet mir.
Tagtraum
Laub knistert unter
meinen Füßen und
flüstert vom
nahenden Winter.
Blassblau wölbt sich
der Himmel über mir,
leise rufe ich nach dir,
doch nur der Wind
antwortet mir.
Entdeckungen
Es gibt keine Einhörner mehr
Schmetterlingslicht
Vogellärm
Stechender Schmerz der Erinnerung
Flüsterkleid
Nebelsonne
Kreisende Bussarde über den Felsen
Purpurdisteln
Nachtgedanken
Die Frau entdecken die ich im Innersten bin
Novemberlicht
Modergeruch unter dem Efeu
Gräber mit weißen Kieselsteinen
Und kopflosen Engeln
Verwitterte Gitter
Verblichene Blüten in
Marmornen Vasen
Sprühregen der alles
Mit Nässe überzieht
Verzauberung
Die abgestreifte Haut
Der Schlange
Im letzten Augenblick
Des Tages vor
Meinen Augen
Schlangenbeschwörer
Bist du gestorben
Schmetterlinge
Zwischen den Lippen
Der Flöte des Pan
Lauschend
Du fängst den Wind ein
mit deinen Haaren
deiner Haut
der heiß aus den Bergen
in die Steinwüsten
hinunter weht
und ich spüre ihn
jetzt auch
schmecke ihn
halte dich fest
in meinen Armen
damit du ausruhen
vorübergehend
die dunklen sternlosen
Nächte
das vergossene Blut
vergessen kannst
mein Liebster
Ich schlage diesen Text vor als Friedenstext des Monats vor.
Regenbild
Unscharf verschwommen
Strand Meer und Himmel
Ausgesparter Raum
Kein Wind weht
Spiegelglatt das Wasser
Übersät mit Muscheln
Weißgrauer Spülsaum
Schwarze Zahnstümpfe
Schwammigen Holzes
Von Licht umspülte
Tampen und Kisten
Erste Tropfen fallen
Regenfahnen wehen
Spiegelbilder
Gespiegeltes Sein
Zwillingsaugen
Zwillingsbilder
Bestätigte Existenz
Ich bin
Ich bin hier und
Dort im Spiegel
Kabinett der Gedanken
Wünsche
Ständige Veränderung
Gegenwart und
Vergangenheit
Zugleich