Sonntag, 1. februar 2009
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19:11
Anspruchslos
Meine Gedichte
sind nicht anspruchsvoll
ich kann sie verfassen
wann ich will:
tagsüber oder in der Nacht
und einmal geschrieben
ist es ihnen gleichgültig
ob sie in der Dunkelheit
meiner Schubladen ruhen
oder stolzieren dürfen
in einer Zeitschrift
oder sogar einem Buch
von Slov
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Sonntag, 1. februar 2009
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18:02
Sechs Mikropoeme über den Traum
Kann kaum erwarten die Nächte
dann kann ich dich träumen
und wir können glücklich zusammen schlafen
X
Die Träume sind unsere anders Leben
jenseits des Alltäglichen
die Träume sind die Blumen des Schlafes
X
Jeden Abend bevor ich einschlafe
betrachte ich lange dein Bild
damit ich mit dir träume
X
Vom Traum bis zur Wirklichkeit
ist ein langer Weg
den wir im Schlaf überwinden
X
Wenn ich nicht schlafen kann
kann ich auch nicht träumen
und bin unglücklich
X
In meiner inneren Welt
kann ein Traum wirklich werden
und das Wirkliche ein Traum.
von Slov
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Sonntag, 1. februar 2009
7
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16:37
Interrogative
Schwarze Raben
machen konzentrische Kreise
in den weißen Schnee
beschmutzend
mit ihrer Anwesenheit
was für eine Bedeutung
haben die Raben
frage ich mich
für den Schnee
was für eine Bedeutung
hat der Schnee
für den Winter
zwei Bestandteile
unteilbar
unabwendbar
von Slov
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Sonntag, 1. februar 2009
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/2009
16:25
Kindheitserinnerung
Das Gequieke des Schweins
scheint
ein scharfes Messer
das schneidet
in das weiße Fleisch der Stille
zu sein
das Messer des Metzgers
stößt sicher
in sein Leben
und das Leben rinnt
als Flüssigkeit
rot und warm
befleckend den Schnee
von Slov
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Sonntag, 1. februar 2009
7
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07:22
Obwohl die deutschen Dichterin
Eva Strittmatter Recht hat
wenn sie in ihrem Gedicht „Werte“ behauptet
dass die wertvollsten Elemente
das Wasser die Luft die Liebe
kostenlos seien
wird das Leben dennoch immer teuerer
von Jahr zu Jahr
von Generation zu Generation
es gibt Gebrauchsgüter
und Luxusgüter
manchmal kann eines
sich in das andere verwandeln
ein Dach über dem Kopf
ist ein Luxusgut geworden
besonders in den hochindustrialisierten Ländern
und sehr bevölkert
dagegen ein Auto
als schnelles und bequemes Transportmittel
war seit Jahrzehnten
und ist noch heute
in der dritten Welt
ein Luxusgut
aber in den Industrieländern
ist es eine Notwendigkeit
dasselbe gilt für Uhren
Taschenuhren am Anfang und heute Armbanduhren
und für Radio Fernseher Telefon Computer
und auch Handy.
von Slov
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Sonntag, 1. februar 2009
7
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06:41
Reiner Kunze ist ein trauriger Dichter
der Spott als Waffe gegen Traurigkeit nimmt
deshalb weint er mit einem Auge
und lacht mit dem anderen
Reiner Kunze kommt auch
Aus dem Land der roten Taschenbücher
wo die Menschen nicht Herren waren
sondern Genossen
Reiner Kunze schreibt keine langen Gedichte
da er weiß
dass niemand Zeit hat sie zu lesen
und besonders da er weiß
dass langes Reden Armut des Menschen /Dichters bedeutet
Reiner Kunze schreibt Gedichte
durch unmittelbare Wirklichkeit angeregt
da er weiß dass deren Mitteilung
direkt zu Herzen geht
als unbequem betrachtet
hat man ihn zum Schweigen gebracht
zwölf Jahre lang
mit einer einfachen Partei- oder Staatsentscheidung
Reiner Kunze ist ein kluger Dichter
der sich ganz frei bewegt
in seinem eigenen magnetischen Feld.
von Slov
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Sonntag, 1. februar 2009
7
01
/02
/2009
06:37
Ewiger Wanderer
trägst
ohne es zu wollen
ohne es zu wissen
überall
wie einen unsichtbaren Wanderstock
das Siegel der Entfremdung.
von Slov
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