Über diesen Blog

Kategorien

Statistik

Verzeichnisse

frisch gebloggt Diese Seite zu Mister Wong hinzufügenLyrik (allgemein) Top1000 
BlogverzeichnisBlog
LinkARENA - Web 2.0 Social Bookmarking Service
Deutsches Blog Verzeichnis
Blog Top Liste - by TopBlogs.deBlogverzeichnis
Add to Technorati FavoritesBlog Button
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.deblog-o-rama.de
Listiger BloganzeigerBloggeramt.de
Gelistet im Blog VerzeichnisBlogvisor - Toplist für Blogs und Blogverzeichnisse
Blogkatalog
Listinus Toplisten
Listinus Toplisten     
Listinus Toplisten   Blogverzeichnis

Die Ameise + Die haben doch keine Chance

Michael Meinicke, Wabern

Die Ameise

 

Sie verdoppelte ihre Anstrengungen. Die Sandkörner rieselten. Steine lösten sich aus dem Hang. Zur Hälfte wurde der Ameisenkörper verschüttet. Zweimal konnte sie sich noch befreien.

Die Sonne schien heiß. Davon brannten die Füße. Für einen Moment blieb die lange, getrocknete Piniennadel liegen. Es musste versucht werden, einen leichteren Weg zu finden.

Links gab es eine steil abfallende Steinfläche. Hier würde sie die Last nicht halten können. Auf der anderen Seite erstreckte sich ein ausgedehntes Moosfeld. Zwischen den Gräsern würde sich die Nadel verklemmen.

Jetzt, im Frühling, duften die Pflanzen besonders intensiv. Sie würde den Weg zum Bau verlieren. Es gab also nur die eine Richtung. Nun wurde deutlich, weshalb sie einen anderen Pfad suchte. Aus dem Boden vor ihr, teilweise verdeckt vom grünen Schwanken der sprießenden Halme, wuchs ein weißer Berg.

Das Gesicht eines Mannes. Er lag auf dem Bauch. Eng an den Boden gepresst. Seine Kleidung war der Umgebung angepasst. Braune, grüne und sandgelbe unregelmäßige Flecken.

Der Kopf war leicht gehoben. Mit größter Konzentration sah der Mann auf einen weit entfernten Punkt. Von der Steilküste unter ihm klang das Rauschen der Brandung herauf. Tiefblau dehnte sich das Meer bis zum Horizont.

Der Mann hätte sich mehr Ruhe gewünscht. Er hoffte, Geräusche vom Berghang gegenüber zu vernehmen. Doch so musste er sich allein auf die Schärfe seiner Augen verlassen. Seine Sinne waren auf das äußerste angespannt.

Die Ameise hatte ihre Anstrengungen wieder aufgenommen. Sie biss in einen Halm, dass die hornigen Kiefern knackten. Sie zog. Sie stemmte die sechs Beine schräg in den Boden. Wieder und wieder lief sie um diesen hellbraunen Stab herum. Sie packte ihn an der Spitze. Sie zog am borkigen Ende der Bruchstelle.

Ein altes Ritual schien während dieser Arbeit abzulaufen. Ein Volkstanz. Elemente der tiefsten, urzeitlichen Vergangenheit bestimmten die Bewegungen. Das Geschehen war in schöne, unerforschte Abläufe der Natur eingebunden. Die Ameise handelte instinktiv.

Mit einem Ruck richtete der Mann den Oberkörper auf. Er sah, worauf er gewartet hatte. Er dachte: “Ha! Da hab ich den Bastard!“

Er stützte seine Ellenbogen auf, um der Maschinenpistole Halt zu geben. Die Ameise wurde dadurch zerdrückt. Der Mann legte die Hand an den Abzug und schoss und schoss und schoss…

 

Viktor Kirchgässner, Pocking (Österreich), 20 Jahre

Die haben doch keine Chance!

 

Herr T. ist Pächter in einer Kleingärtner-Kolonie. Eines Tages, kommt er mit seinem Parzellen-Nachbarn Herrn B. in ein Gespräch:

„Wissen Sie, was ihr Problem ist, mein Lieber?“ erzählt der etwas beleibte B. seinem desinteressierten Gegenüber, als er ihn am Maschendrahtzaun trifft „Sie sind einfach zu tierlieb. Hier in meinem kleinen Gärtchen blüht und gedeiht es. Meine Tomaten sind schön dick und rot, meine Magnolien strahlen in den herrlichsten Rosè-Tönen und der Rasen ist so intensiv grün, dass selbst ein irischer Kobold dagegen verblasst. Und was ist bei Ihnen? Die mickrigen Gurken die sie gezogen haben wurden von Schnecken zerfressen. Ihre Strohblumen – ich meine die wenigen, die den Weg aus der Erde geschafft haben – sind infiziert von Blattläusen und das was SIE Rasen nennen, nenne ICH Dreck! Nein, nein, nein, sie brauchen da gar nicht anzufangen mit irgendwelchen Ausflüchten. Mir ist schon klar, sie wissen es nicht besser! Deshalb werde ich Sie darüber aufklären, wie das bei uns Kleingärtnern gehandhabt wird:

Der Garten gehört Ihnen! Alles was im Garten wächst gehört Ihnen! Auch wenn die Viecher eventuell vor Ihnen da waren, alles gehört Ihnen!

Wenn diese beschissenen Insekten Ihnen Ihre Ernte nicht freiwillig überlassen, dann sind die selber Schuld, wenn Sie, mein Lieber, gewaltsam dafür sorgen müssen, dass Sie dass bekommen, was Ihnen zusteht.

Streuen Sie Salze aus, das stoppt die Schnecken. Wenn eine von diesen schleimigen Bestien versucht zu ihrem geliebten Gemüse zu kriechen, und dabei zufällig ein Salzkorn berührt, haben Sie ein eklige Tierchen weniger, um das sie sich kümmern müssen.

Für die Bekämpfung der Blattläuse, kann ich Ihnen nur raten sich im Fachhandel Marienkäfer zu kaufen, und sie im großen Stil auf die kleinen, fast schutzlosen Biester loszulassen. Innerhalb weniger Tage werden ihre Truppen die Strohblumen zurückerobert haben, mein Lieber.

Aber mit der bloßen Vernichtung der Blattläuse ist es nicht getan. Sie müssen all diejenigen ausrotten, die diese Plagegeister unterstützen! Die Ameisen! Es gibt hunderte, tausende, schlichtweg eine fast unbegrenzte Anzahl von diesen unangenehmen Sechsbeinern in ihrem Garten.

Rotten Sie sie aus, alle von Ihnen! Die unterstützen die Blattläuse bei ihrem Bestreben, Ihre Blumen bis zum letzten auszusaugen! Die haben es gar nicht verdient zu leben!

Was sind denn die Leben einiger niederer Kreaturen wert im Vergleich zu ihrer Lebensqualität?

Rotten Sie sie aus!

Wenn sie meinem Rat folgen, ist ihr Garten schon bald parasitenfrei!“

 

Nach dem Vortrag von Herrn B. ist Herr T. irritiert.

Soll er tatsächlich unzählige Lebewesen töten, die ihm keinen Schaden zugefügt haben, in der Hoffnung er würde auch einige erwischen, die ihm schaden könnten?

Lesetipps

Satirisch-Heiteres:
Wolfgang Reuter
"High-matt-Land"
Rolf Stemmle     
"Der Mensch im Tier"

Kalender

Juli 2008
M D M D F S S
  1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31      
<< < > >>

Empfehlen

Klicken Sie hier, um diesen Blog weiterzuempfehlen.

Profil

hebergement de site web sur de.over-blog.com - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Werbung - Missbrauch melden