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jeden Tag neue Gedichte - von Slov ant Gali und Gästen

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1.1.08: … mit Gastautor des Tages Siegfried Modrach

Siegfried Modrach:

Rückkehr

Da ist es wieder

dieses unbeschreibliche

Begehren.

Wie überströmt es mich

wie stürzt es

auf mich

ein!

 

Ich fliehe

jedes andern Nähe

und schrei mir lautlos

alle Sehnsucht

aus dem Leib.

 

Leer

setze ich

das Tagsgesicht

mir wieder auf

und kehr zurück

in die Untröstlichkeit.


Slov ant Gali

Im Gang

 

die überweisung mit stempel

kann ich nicht lesen

beim wegrennen

bräche mir

verstand und

arm und

bein

ich lasse mein handy

um hilfe klingeln

ringsum antworten

defekte herzschrittmacher

die nachtschwester ersetzt

lungenflügel

durch frisch entfernte

blinddärme

der chefarzt spritzt

in die praktikantin

auf einer bahre

ich werde

weitergeschoben

mir

soll

die zukunft gehören

 

(Zu Neujahr ausnahmsweise etwas „Altes“: Erschienen in „Gedichte – best german underground 2006“, acheron verlag 2007 als Wettbewerbsanthologie zum Thema des Jahres „Dritte Wahl“.)

 


 

2007 nahm Siegried Modrach am Wettbewerb des Kulturrings in Berlin e. V. zur „Friedenslesung“ teil. Unter 1320 Beiträgen wurde das folgende Gedicht von der zehnköpfigen Jury für das Lesungsprogramm am 1.September 2007 ausgewählt:

Letzter Soldatengruß

Sei froh, dass du den Strohtod hingestorben bist,

und deine Hände nicht vom Blut des „Feindes“ kleben

und keine Kugel bis zu dir geflogen ist,

die vor der Zeit zerriß dein schönes Leben.

 

Sei froh, dass du Manöverheld geblieben bist,

ob auch die andren deinesgleichen dies noch schaffen,

bleibt allerdings wohl fraglich, weil zu fürchten ist,

es sprechen bald mal wieder deutsche Waffen.

 

Und wenn die Waffen sprechen, wie du wissen wirst,

dann fliegen nicht allein beim „bösen Feind“ die Fetzen,

drum danke Gott, wenn du ihm oben rapportierst,

dass er dich sterben ließ vor Kampfeinsätzen.

 

Siegfried Modrach ist langjähriges Mitglied des Friedrichshainer Autorenkreises (FAK):

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W
Falls ich nicht der Einzige bin, der spätestens mit Beginn des neuen Jahres nicht mehr rauchen wiil, hier meine autosuggestive<br /> Beschwörungsformel:<br /> <br /> <br /> ICH RAUCHE NICHT!<br /> <br /> Seit kurzem rauche ich nicht mehr,<br /> bin nicht mehr tabaksüchtig.<br /> Das klingt so leicht und fällt so schwer.<br /> Mein Gott – was bin ich tüchtig!<br /> Auch wenn’s mir fast das Herze bricht:<br /> ICH RAUCHE NICHT!<br /> <br /> Natürlich spür ich dann und wann <br /> mal Rückfall-Sucht-Attacken.<br /> Doch bleib ich stark und weiß: Ich kann<br /> die Sucht-Attacken packen.<br /> Geht’s mir mal schlecht, dann denk ich schlicht:<br /> ICH RAUCHE NICHT!<br /> <br /> Mein Körper macht schon auf Recycling.<br /> Doch träum ich mal vom Rauch-Genuss, <br /> dann sag ich mir: Sei stark, Du Feigling, <br /> Du hast versprochen: Jetzt ist Schluss!<br /> Schreib, statt zu rauchen, ein Gedicht!<br /> ICH RAUCHE NICHT!<br /> <br /> Falls ich mal in der Hölle lande <br /> (das wäre eigentlich gerecht),<br /> dann ärgert sich die Teufelsbande;<br /> denn ich als Leiche brenn so schlecht.<br /> Wie ich auch schmor im Höllenlicht:<br /> ICH RAUCHE NICHT!<br /> <br /> Wolfgang Reuter
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