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jeden Tag neue Gedichte - von Slov ant Gali und Gästen

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Anthologie zur Friedenslesung 2007: L. Wohlleber, Vier kleine Unteroffiziere

anti_bug_fVier kleine Unteroffiziere
oder
Das trockne Herz


Als wir eintrafen
Hatten Sie schon auf uns gewartet
Wir
Die neue Rate
Wurde gezwungen nun zu kämpfen
Vaterland magst ruhig schlafen
In Frieden und Freiheit
Eingewickelt
In das tarngefleckte Deckmäntelchen
Verfassungsbrüchiger Demokratie
Ihr stetiges Brüllen
Preußische Zucht und Ordnung                                        
Jene rostigen 105 mm
Verkantete Rohrbremsen
Abgelatschte Kettenpolster
Brüchige Endverbinder
Stumme Funkverbindungen
Sowie der wässrige Eintopf
Wuchsen am Baum
Am Baum der Erkenntnis
Und trieben zur Blüte
Trieben uns unsere Angst aus
Von nun an
Waren wir stärker
Viel stärker als Sie
Geistig
Körperlich
Und überhaupt
So speisten wir mit dem Verzicht
Schwitzten unter der Sonne
Froren mit dem Lauf der Nacht
Wachten im Schlaf
Schliefen im Wachzustand
Spielten mit den Waffen
Riskierten aller Leben
Pokerten mit dem Tod
Ohne jemals einen Frieden zu sichern
Höchstens feige Spieltriebe zu befrieden
Maßlos Steuern zu verpulvern
Als Sie uns entlassen mußten
Sah ich ihre Angst
Blickte in zitternde Augen
Sie wußten nur zu genau
Kämpfen und morden würden wir nie
Es sei denn...
Der Krieg führte uns
Direkt gegen Sie...    

Wohlleber, Lothar, Nidderau, 41 Jahre
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S
... und käme es zum "Ernstfall" gehorchten sie doch...
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A
Ja, ich erinnere mich gut.<br /> In jeder Kompanie, in der ich war, es waren 3 in 18 Monaten, der gleiche "Tenor".<br /> "Beim Ernstfall erschießen wir als erstes unsere Offiziere".<br /> So glauben Menschen ihre Probleme lösen zu können, die man nie über den Tellerrand sehen ließ
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