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jeden Tag neue Gedichte - von Slov ant Gali und Gästen

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(158) Auf dem Stuhle

Es begab sich,

dass Gott, der Schöpfer,

auf die Erde kam,

zu bewundern die Herrlichkeit seiner Werke.

 

Als aber die große Hungersnot

seine Menschen prüfte,

trieben brutale Büttel die Bauern,

die ihre Abgaben nicht zahlten,

wie Vieh vor den Stuhl ihres Herrschers,

der da war auf Erden.

 

Der Herrscher,

sein Gesäß verbreitend über die Fläche des Stuhles,

seinen Mund reinigend vom Fette des gebratenen Vogels,

meinte genüsslich,

dass es den übrigen helfe, ihre Schuld zu begleichen,

wenn man aus ihrer Mitte einen jeden zehnten

– um seinen Kopf verkürzt –

den Palasthunden zum Abendmahle vorwerfe.

 

Also geschah es, dass Gott grübelte.

 

Es vergingen nicht viele Tage,

da wiederholte sich dies,

alldieweil alle Frucht verdorrt und das Vieh am Verhungern war.

Als das gleiche Urteil gesprochen,

erzählte ein weiser Graubart ein Gleichnis

zu besänftigen des Herrschers Hand.

 

Als der Herrscher ihn nicht erhörte,

ließ Gott,

erstaunt über die Klugheit seines Kindes,

den Weisen an des Herrschers Statt

auf dem hohen Stuhle Platz nehmen.

 

Der Weise aber,

so er nun dort saß, verstand,

dass nur Nachbarn sicher beobachten konnten,

wann wer welche seiner unwürdigen, weil unweisen Kinder

mit verborgener Milch fütterte.

So ließ er die ersten dreihundert Nachseher zu Aufsehern erheben,

als dass der Rest zu ihnen in Angst aufsehe.

Also geschah es, dass ein weiteres Zehnt zum Zerbeißen

den Hunden gegeben wurde.

 

Es vergingen nicht viele Tage,

da rief einer,

er werde den, der da Unglück bringe über die Menschen unter seinem Stuhle,

zertrümmern wie das Möbelstück,

denn die Menschen seien alle gleich

dem Schoße einer Mutter entstiegen,

und noch vieles mehr, was er besser machte,

so er denn gesiegt habe über den Tyrannen.

 

Also ließ Gottes Ratschluss

den Rebellen an des Weisen Statt

auf dem Stuhle sich platzieren,

zu bessern die Welt der Menschen.

 

Wie denn das noch nicht überquellende Gesäß

des Aufsässigen das Polster des erhöhenden Stuhles berührte,

ließ es ein Verdikt verkünden, wonach alle Gleichen gleich,

aber die Gleicheren gleicher seien, und ein jeder zehnte Gleiche …

 

Also erkannte es Gott, der Schöpfer,

und er riss den Stuhl dem verwandelten Rebellen weg

unter dem schwellenden Gesäß,

und er floh damit dorthin,

wo er weise blicken wollte auf die Schöpfung,

die ihm endlich vollendet erschiene

und erschöpft setzte er sich

auf den Stuhl…

 


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S
Da wisch ich aber Schweiß von der Stirn...
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G
... ach, ich denke, jeder wird das Augenzwinkern in dem letzten Satz erkannt haben.
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S
Oh Gott: Mir wird jetzt erst bewusst, dass man meinen letzten Satz auch als ernst gemeint auffassen kann. Ist er aber nicht!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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S
Das erinnert mich an ein Lied aus frühen Zeiten: "Alles was du kannst, das kann ich noch besser, ja, ich kann alles viel besser als du..."<br /> Lach.
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G
"Was die wissen, weiß ich natürlich NOCH besser…"<br /> .... oh ... mein Gott....<br /> Hoffentlich ist dir der Stuhl nicht zu klein.... ^^
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