jeden Tag neue Gedichte - von Slov ant Gali und Gästen
Und es geschah wie jedes Jahr,
bald war der nächste Winter da.
„Tanzt wieder, dass es Frühling werde,
wir werfen jeden auf die Erde,
der euch als Herrscher nicht erkennt
und was geschieht natürlich nennt.“
Ein Zufall nach dem Tanz voll Stolz
bringt Sonne, und der Schnee, er schmolz.
Für seine Leistung so zum Lohne
bekam der Kater eine Krone
vom Haar aus aller Katzen Bart.
Er fraß nur Fleisch, das extra zart.
Er thronte auf der Ofenbank,
wo er (so sprach er) GOTT sei Dank
gar riesig schien, die andren klein,
die mit ´ner Bitte kamen rein.
Niemals hätt je ein guter Held
Ne bessre Ordnung hergestellt.
Erst spät ein Kätzchen ward geboren,
das fragte, dass die Lehrer froren,
„Warum, wieso muss alles sein,
so, wie es ist – ich seh ´s nicht ein.
Sind Reiche nötig und die Steuer?
Mir ist das alles ungeheuer.
Ich frag so lange nach dem Sinn,
bis ich nicht mehr ich selber bin.“
„Ach, bitte, lass´ dein feindlich Treiben,
sonst lässt ´s der König Winter bleiben.“
„Die Tanzmacht, die die Schule lehrt,
mag richtig sein oder verkehrt.
Dass alle Dummen sie heut preisen,
will mir, allein, noch nichts beweisen.“
Mit einem Meißel und dem Hammer
schleicht es sich in die Speisekammer
am Tag vorm Frühlingstänzchen ein.
Es holt nichts raus – es bringt was rein:
Versieht die Speisen für das Fest
mit Pulver, das tief schlafen lässt.
Die Herren lassen es sich schmecken
und sind zum Tanz nicht aufzuwecken.
Trotzdem erscheint der Frühlingswind,
was endlich klar macht jedem Kind,
dass all die Herren nur sind nütze
als Fleischbeilage für die Grütze.