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jeden Tag neue Gedichte - von Slov ant Gali und Gästen

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(317) vom großen künstler

als ich noch jung und knackig
war
die möhre aufgerichtet
da habe ich
man glaubt es kaum
die welt schon wild bedichtet

ich wusste alles ganz genau
und hab das auch geschrieben
nie hatt ich eine frau geliebt
doch wusste ich ums lieben

ich ließ in meine texte nie
mir zarte pflänzchen locken
so waren sie
das ist ja klar
zwar jugendlich
doch trocken


man sagte mir
dass wer die welt
so gut wie ich schon kennt
wie man es mathematisch sagt
zu hundertzehn prozent
vielleicht noch bräuchte was mir fehlt
das nötige talent

so habe ich vorm liebeskuss
geschichten aufgeschrieben
voll karikierter leidenschaft
und fehl gegangner lieben

drum rat ich jedem dichterstift
sich schreibend zu entfalten
und dabei sich an seine welt
die er versteht zu halten

allein für mich ist es zu spät
ich werde niemals weise
man gönne mir den übermut
für früh vergreiste greise

und möchte wer nach diesem text
mein alter schnell erfahren
ich schrieb die zeilen gerade auf
mit zweiundfünfzig jahren 

 

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G
Dürfte ein Dichter nur bedichten,<br /> was die Erfahrung ihn gelehrt,<br /> hätt' mancher nicht viel zu berichten,<br /> weil ihm das Leben viel verwehrt.<br /> <br /> Und müsste jeder sich verpflichten,<br /> ohne ein Fünkchen Fantasie<br /> zu schreiben all seine Geschichten,<br /> ach, wie langweilig wär'n die.<br /> <br /> Drum, Dichter, nutz der Muse Gunst,<br /> was immer dir ihr Kuss verheißt.<br /> Üb' früh dich in des Schreibens Kunst,<br /> Geist, der gefordert, nicht vergreist.
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