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jeden Tag neue Gedichte - von Slov ant Gali und Gästen

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Gunda Jaron: Bis zum nächsten Jahr

Es naht die selig' Weihnachtszeit

und Nächstenliebe macht sich breit:

Wir öffnen uns're Herzen weit,

das Konto und das Portmonee.


Bei jedem Spendenmarathon,

da greifen wir zum Telefon

und opfern einen Stundenlohn

fürs Ego und fürs Renommee.


Bettlern an den Straßenecken,

Frau'n, die uns von dünnen Decken

bittend ihre Hand hinstrecken,

stecken wir 'nen Euro zu.


Wir geben gern, ob Scheck, ob bar,

wir sind spendabel, sehr sogar,

und bis Dezember nächstes Jahr

hat uns're liebe Seele Ruh'...

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B
Wirklich ein schönes Gedicht, obwohl es traurig ist, dass die Wahrheit wirklich so aussieht. Da fällt mir auf, dass auch die meisten Spendenaufrufe im TV gen Dezember gehen, wo dann das Geld, so scheint es, lockerer sitzt. Nur traurig, dass davon dann den Rest des Jahres "gezehrt" werden muss, für die Vereine ist es in jedem Fall nicht leicht, wobei ich bezweifle, dass es bei den TV Spendenaufrufen wirklich so viel Geld gibt, was an die Vereine selbst fließt.<br /> <br /> Alles in allem ist es aber ein gelungenes Gedicht, das sich wirklich gut lesen lässt. In dem Sinen wünsche ich natürlich auch noch ein schönes Weihnachtsfest.
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W
Hallo Gunda,<br /> <br /> vielen Dank für die Blumen. Du hast Dich auch in mein Gästebuch eingetragen. Weil ich von Dir keine E-Mail-Adresse kenne, kann ich Dir nur auf diesem Weg herzlich danken für den wohlwollenden Vergleich meines Geschreibsels mit dem namhafter Vorbilder. Das baut auf!
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G
Hallo Wolfgang,<br /> ich danke dir für deinen Kommentar *Lob*errötend*annehm*.<br /> Der Grund, weshalb die Verse der dritten Strophe nicht mit einer Senkung beginnen, ist ganz einfach der, dass ich für die ersten drei Verse dieser Strophe keine passenden männlichen oder wenigstens gleitenden Endreime gefunden habe. Zunächst dachte ich an: <br /> <br /> dem Better dort am Bahnhofseck,<br /> der Frau, die uns von dünner Deck'<br /> gar bittend ihre Hand hinstreckt,<br /> der stecken wir 'nen Euro zu<br /> <br /> Diese Unsauberkeit im Reim gefiel mir aber nicht so recht. Um dann in der Silbenanzahl von 8 pro Vers zu bleiben (ja, ja, ich weiß, trifft dann bei V4/Str3 auch nicht zu), habe ich eben die Lösung mit den Hebungen am Anfang genommen.<br /> Außerdem wird auf diese Weise der Leser aus seinem Lesefluss ein bisschen rausgerissen und wacht wieder auf ;-)))<br /> <br /> Über dein gut geschriebenes Gedicht musste ich schmunzeln, allerdings mit einem Zitronentröpfchen zwischen den Lippen. Sooo issesss ...<br /> <br /> Wünsche ein gesegnetes W-Fest.<br /> LG<br /> Gunda
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W
Hallo Gunda,<br /> das ist mal ein Text - so ganz nach meinem Geschmack. Du spielst mit dem Vorzeige-Heiligenschein der Vorweihnachtszeit und lässt auch ein Stückchen Scheinheiligkeit (als gut gesetzte Pointe) herausgucken. <br /> <br /> Und auch das Reim-Schema (vor allem die 4. Verse) ist brilliant. Damit ich auch was zu meckern habe: Warum beginnen die Verse der 3. Strophe nicht wie die anderen mit einer Senkung? - Du wirst Deine Gründe haben. <br /> <br /> Und weil ich auch schon mal ähnlich auf die "geweihte"(?) Nacht geschielt hatte, hier ein "Ergänzungstext": <br /> <br /> <br /> Weihnachten?<br /> <br /> Die Heiden sehn im Jahresrest<br /> den Grund für’s Sonnenwende-Fest.<br /> Und Gläubige gedenken:<br /> Ein Jesus wurde einst geborn,<br /> doch ging die Nachricht fast verlorn<br /> vor Suchen nach Geschenken.<br /> <br /> Jetzt feiern wir das Kaufrauschfest,<br /> was alle Händler jubeln lässt.<br /> Das Portmonee wird kleiner.<br /> Im Radio wird „Stille Nacht“<br /> auf englisch an den Mann gebracht.<br /> Den deutschen Text kennt keiner.<br /> <br /> Wir stopfen uns mit Essen voll<br /> und trinken zu viel Alkohol,<br /> was unsre Herzen frei macht.<br /> Wir lümmeln faul im Sessel rum<br /> und wissen nicht so recht, warum.<br /> Na dann: Fröhliche Why?-Nacht!<br /> <br /> (Wolfgang Reuter, 23. 12. 2006)
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