jeden Tag neue Gedichte - von Slov ant Gali und Gästen
Durch Slov
Frühling lässt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte.
Opa greift nach Omas Hand,
tätschelt zärtlich ihre Hüfte,
fühlt erwachen neue Triebe
frisch erblühter Lendenlust,
wünscht', dass es bis Herbst so bliebe.
Oma schiebt schon Dauerfrust.
Vögel zwitschern allenthalben,
wecken morgens uns wie toll,
und die frisch verliebten Schwalben
kacken mir die Treppe voll.
Jetzt wird’s nicht mehr lange dauern,
bis die Birken voll erblüh'n
und die Autos, Häuser, Mauern
gelb mit Blütenstaub bezieh'n.
Fensterscheiben – bis soeben
schmutzelten sie vor sich hin.
Plötzlich woll'n sie Glanz erleben,
schreien laut nach Sidolin.
Förmlich kann ich wachsen hören
schon das Kraut in uns'rem Garten,
und ich könnte darauf schwören,
dass die Quecken kichernd warten
sich mit ihren Wurzelballen
zu verzweigen und vermehren
und im Erdreich festzukrallen
zwischen Knoblauch und Erdbeeren ...
Senfgewürzte Bratwurstdüfte
werden reizen uns're Nasen,
wenn durch laue Frühlingslüfte
herweh'n sie von Nachbars Rasen.
Auch entfleuchen oft beim Grillen
rußgeschwängert' Nebelschwaden.
Und es kann beim besten Willen
auf weißbesockte Männerwaden
mein jeansverwöhnter Frauenblick
gern verzichten, ohne Frage.
Auch die Wespen und die Mück'
werden wieder bald zur Plage.
Würd' die Sonne nicht vermissen,
würd' vom Himmel sie nicht blitzen.
Könnt' mit ruhigerem Gewissen
dichtend vorm PC rumsitzen...
Aber nein – es lacht die Sonne...
Ach, wär' Herbst schon – welche Wonne....
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