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jeden Tag neue Gedichte - von Slov ant Gali und Gästen

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Gunda Jaron: Sommernachtsmusik

 

 

Sommernacht, die Luft ist warm,

das Fenster auf, sperrangelweit.

Bald liege ich in Morpheus' Arm.

Ich lausche in die Dunkelheit.

 

Wie friedlich ist es doch bei Nacht.

Ein Käuzchen ruft im Wald ganz fern.

Bei Poppels unten wird gelacht,

doch ganz dezent, so hab' ich's gern.

 

Frau Roth, verwitwet seit August,

hat wohl Besuch, der kondoliert.

Musik erklingt, sie stöhnt vor Lust.

Nur Kater Kalle ist frustriert,

 

weil ihn die Miezen nicht erhör'n.

Sein Schrei dringt mir durch Mark und Bein.

Das würd' mich ja nicht weiter stör'n,

würd nicht noch Nachbars Kevin schrei'n.

 

Der will jetzt spielen, und zwar prompt.

Versteh' ich gut, nachts um halb eins!

'ne Harley röhrt, Hans-Werner kommt.

Vom „Goldnen Hirschen“ naht Karl-Heinz.

 

Man trifft sich vor der Eingangstür.

Der Schweiß wird von der Stirn gewischt.

Ein allerletztes Döschen Bier

wird lauthals plaudernd noch gezischt.

 

Von Meyers Eugen nebenan

dringt rasselnd Schnarchen an mein Ohr

und Flatulenzen hat der Mann ...

als probte er für'n Kirchenchor.

 

Marleene Roth, die Witwe, stöhnt

noch lauter: „Mach's mir noch einmal!“

Sie wird von Poppels übertönt:

Bei denen steigt proportional

 

zum Poppelschen Promillewert

die Lust an wüster Streiterei.

Für heut' hab' ich genug gehört

und schließ' das Fenster. Zehn vor zwei!

 

Ich krabble in mein Bett zurück

und wünsche nix als Ruhe mir.

Das fiese Sirren von Frau Mück

weckt mich am Morgen um halb vier ...

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