jeden Tag neue Gedichte - von Slov ant Gali und Gästen
Durch Slov
Melancholie
Was ist's, das mir das Herz mit Schwermut füllt,
grad, da ich mein', dass mich doch Glück umschlingt,
die Sinne trübt wie Rauch, der mich umhüllt,
und mich zu abgrundtiefem Seufzen zwingt?
Das tonnenschwer auf meine Schultern drückt,
mich jeder Leichtigkeit des Seins beraubt
und jedes Lachen, jede Freud' erstickt,
mir keinen Frohsinn, keine Lust erlaubt?
Ist es das Wissen
um die Flüchtigkeit des Augenblicks,
das leise Ahnen,
dass schon bald der Abschied winkt,
das Schon-entschwinden-Spüren
jenes kurzen Glücks,
das, weil geborgt,
nur um so kostbarer uns dünkt?
Ist es die Furcht
vor jener Endlichkeit der Lebenszeit,
die von Geburt an
überschattet unser Sein?
Ist DAS der Grund,
dass im Moment der Seligkeit
ich wein' ...?
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