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jeden Tag neue Gedichte - von Slov ant Gali und Gästen

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Gunda Jaron: Geliebter oller Herbst



Geliebter oller Herbst



Ach, ich lieb' den Herbst, den ollen.

Wenn die Himbeer'n prall und rund,

schöpf ich gerne aus dem Vollen

von dem Strauch direkt in'n Mund.

Aus der prallsten Beere, schade

zwinkert frech 'ne kleine Made ...



Mit der Lese meiner Trauben

muss ich schrecklich mich beeilen,

weil die Drosseln sie sonst rauben

und sich mit den Staren teilen.

Und aus knochentrock'nem Boden

darf ich die Kartoffeln roden ...



Meine Äpfel lieb' ich knackig,

doch der Baum mit lautem Krach

wirft sie, eh' sie gelb-rot-backig,

auf des Nachbarn Wellblechdach.

Faul'n sie dort zu Apfelmus,

nix is' mit Jonagold-Genuss ...



Vögel, die gen Süden ziehen,

machen in der Tanne Rast,

wären, wenn sie dort auch blieben

mir ein gerngeseh'ner Gast,

doch sie nutzen, welch Verschwörung,

den Balkon zur Darmentleerung ...



Birkenlaub will sich nicht lösen,

gelbt am Baume vor sich hin.

Wenn ich dann den Reisigbesen

wegstell', weil ich fertig bin

mit dem Fegen der Terrasse,

wirbeln sie über die Straße ...



Blätter dann - vom Sturm getrieben

und im Bund mit Regentropfen -

matschig in der Gosse liegen

und das Abflussrohr verstopfen.

Und man kann sie, ich könnt's schwören,

frech und höhnisch kichern hören.



Ach, und trotzdem lieb' ich diesen

Herbst mit mürrischem Gesicht,

und auch seine grauen, fiesen

Regentage stör'n mich nicht:

kann ich doch zu Hause bleiben

und Gedichte schreiben, schreiben, schreiben, schreiben

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