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jeden Tag neue Gedichte - von Slov ant Gali und Gästen

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(104) küstenmelodie

manchmal
da möchte ich
die augen schließen
in sternbildloser nacht 

ich steige
in mein lied
unter großem wagen
orion
endlich
kreuz des südens 

der seegang
schläft ein
ohne ballast
treibe ich hinaus
richtung sirenenland 
durch uferlosen klangozean
bis zur morgendämmerung

nachklang
in stille
spült schamflocken
an nächtlich umschiffte
sirenenküste

(Slov ant Gali)

 

 

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S
lächel: Sirenen oder nicht Sirenen; das ist hier die Frage...
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G
Danke dir für deine Erklärungen, Slov.<br /> Das Weglassen des Kapitänspatentes und vor allen Dingen die Neustrukturierung der ersten Strophe lassen vieles klarer erscheinen.<br /> (Wenn du dich nicht so offensichtlich in die interpunktionslose Form verliebt hättest, wäre mir manches Mal einiges leichter verständlich, denke ich...^^)<br /> <br /> Übrigens braucht man absolut keine Scham zu empfinden, wenn man sich einfach mal treiben lässt. Wem gegenüber ist man denn in dieser Beziehung verpflichtet? "Sinnfreies" Treiben durch einen Klangozean kann etwas Wundervolles sein, weil es Geist und Seele entspannt.<br /> In dem Sinne... LG Gunda
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S
Hallo Gunda,<br /> ich habe versucht, durch Kürzung Straffung zu erreichen. Der dir scheinbar unverständliche Widerspruch, sich treiben zu lassen für den Moment und sich nachher dafür zu schämen, kommt so vielleicht besser rüber als vorher. Vorsorglich die Vorfassung zum Vergleich:<br /> manchmal<br /> da möchte ich <br /> die augen schließen<br /> doch immer bleibt<br /> sternbildlose <br /> nacht<br /> <br /> ich steige <br /> in mein lied<br /> schaukelnde nussschale <br /> unter großem wagen <br /> orion endlich<br /> kreuz des südens<br /> <br /> der seegang <br /> schläft ein<br /> abgestreift<br /> die schweren stiefel<br /> segel treiben mich hinaus<br /> richtung sirenenland<br /> <br /> ich treibe <br /> durch uferlosen klangozean<br /> bis mir <br /> die morgendämmerung<br /> mein kapitänspatent<br /> verliest<br /> <br /> ein knopfdruck<br /> in die stille<br /> nachklang<br /> spült scham<br /> an nächtlich umschiffte<br /> sirenenlandküste
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G
Tja, du hinterlässt mich ratlos, was mir deine Zeilen sagen sollen. Zwar kann ich (fast) jedes einzelne Bild nachvollziehen, aber der große Zusammenhang zwischen den einzelnen Metaphern erschließt sich mir nicht wirklich. Erst lässt du dich locken Richtung Sirenenland, dann widerstehst du der Lockung und umschiffst sie bewusst, dann wieder taucht Scham auf (wofür eigentlich?)...<br /> wie gesagt: heute bin ich ratlos.<br /> <br /> Schönen Sonntag wünsche ich dir.<br /> LG<br /> Gunda
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