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jeden Tag neue Gedichte - von Slov ant Gali und Gästen

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Ursula Gressmann: fremder Umgebung

 

Wie ein vorsichtiges

Tier in fremder

Umgebung

wittere ich,

spüre den Geruch

von Feindschaft

und Unglück.

Damit ich mich

nicht so allein fühle,

spreche ich mit euch

und erhalte

keine Antwort.

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V
Das ist ziemlich heftig und ziemlich gut. Für mich ist es eine beliebige soziale Situation, auf die das L-Ich möglicherweise mit immmer den gleichen Gefühlen reagiert. Die soziale Situation (z.B. ein small talk beim Essen, in der Pause, auf einer Party, vielleicht auch nur an der Kasse im Supermarkt), etwas zutiefst Verunsicherndes. Der Befreiungsschlag ist in die Offensive zu gehen und das Gespräch zu suchen, doch dann kommt die Katastrophe: "und erhalte keine Antwort" Das in meinen Augen damit so hervoragend herausgearbeitete Erschütternde ist, dass es wahrscheinlich schon akustische und sogar sprachliche Reaktionen gibt, jede Menge, die aber vom L-Ich nicht als Antworten erlebt werden. Reaktionen, die als Antworten gemeint sind, aber vom L-Ich nicht so empfunden werden. Und das obwohl "euch" durchaus wie vertraute Personen wirkt.<br /> Was mir nicht behagt, ist das "Unglück". Ich würde angesichts der Situation eher an so etwas wie vorprogrammierte Enttäuschung, Zurückweisung, Unverständnis, Ablehnung, lähmendes oder Luft abschnürendes Schweigen, Funkstille zwischen den Zeilen, oder ... ich weiß nicht was, denken. Unglück ist mir an dieser Stelle zu groß,zu ungenau, zu existenzialistisch oder einfach zu banal. Verrat, Verat! Wie wär'es mit Verrat?!
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