jeden Tag neue Gedichte - von Slov ant Gali und Gästen
Du tust mir weh! Aus dem Stoff, den die ewige Maschine aus meinem endlos erscheinenden Faden bereits gewebt, schneidest du heraus, was dir als mein Kleid am ehesten passt. Warum lässt du mir nicht dir Freiheit, mich einmal locker mit einem Sarong, einmal...
wenn wir um ein vielfaches das leben unserer nächsten überlebten wenn wir uns fast so schnell wie licht bewegen könnten in welcher zeit leben dann die bäume die sich dem licht entgegen doch für das licht wie nicht bewegen? im nächstem jahrhundert schauen...
Stelle dir doch nur einmal vor was wir mit dem Geld alles tun könnten! Höre ich sie ständig sagen Was wir wohl alles tun könnten wenn wir uns nicht bloß Geld vorstellten das wir bräuchten für die Dinge die wir gerne tun würden sondern uns die Dinge wirklich...
Im tiefen Winter wurde ich geboren. Wie meinem Sternenbild, dem Capricorn, wuchs auf der Stirn mir links und rechts ein Horn und hätte ich kein Fell, wär ich erfroren. Und hätt ich meine Eltern früh verloren und hätt nicht mehr zu essen als ein Korn und...
Ich fang' für dich mit bloßer Hand den Salzgeruch des Meeres und Kiefernduft vom Waldesrand. In ein Gefäß, ein leeres, füll' ich sie ein, gekrönt zum Schluss vom Süß der Heckenrose. Mit einem zart gehauchten Kuss versiegle ich die Dose. Ich schreibe deinen...
Laut unsrem deutschen Präsidenten so sprach er´s vor Soldaten kann´s hier auf Erden nie im Leben den Frieden ohne Krieg je geben dabei zeigte er sich so voller Trauer kurz vorher, vor der Klagemauer Er selber scheint es nicht zu erkennen von der Spitze...
in einem raum gibt es 500 sitze ist er gefüllt sitzen 100 auf der linken seite oder sie beschließen es sind 250 weil die anderen 250 dann die rechte seite sind oder 400 beschließen dass die anderen die linke seite sind oder die rechte wenn sie die linke...
Urgroßmutter, die Kriegswitwe, rettete 20 Handtücher, Friedensware, in den Frieden. Vier benutzte sie im Wechsel mit der Kochwäsche zwischendurch. Sechzehn erhielt sie wie neu, damit die Enkel einmal etwas von ihr haben würden, wenn sie denn nicht mehr...
Es grassiert der anti-grass, der erfüllt von heilgem hass dem, der letzte tinte schwenkt, in der hoffnung, dass wer denkt, schon das kreuz zum nageln richtet, ganz egal, wie schlecht er dichtet. Denn er ist ja ungelogen einstmals in den krieg gezogen,...
Du bist der neue Tag. Muss ich dich deshalb lieben? Komme ich dir so schwul vor? Dein erste Dunst legt mich lahm. Du bist wie der gestrige Tag. Der brachte mich nicht zum Schwingen. Keine Muse legte er mir in die Arme. Ich vaterte gern das Begreifen das...
In den Sternen der Nächte dieser Zeit steht unser Märc nun geschrieben von zwei Menschen die sich trafen an einer Kreuzung deren Wege nie kreuzten Hand in Hand so lief´ ich von da mit dir einsam immer weiter ohne dich je zu berühren sah so tief in den...
Kind sein übermütig einander stoßen und doch vor dem Fallen bewahren Nähe spüren im gemeinsamen Lachen jung sein Arm in Arm die Sterne betrachten ihr Leuchten wiederfinden in den Augen des Anderen im Heute Hand in Hand unbekanntes Gelände betreten Herbstlaub...
Ich erinnere mich daran wie ich dir Drinks spendierte um deine Moral zu torpedieren und wie sie meine in die Tiefe riss. Ich erinnere mich daran wie ich über deinen Anhänger lachte ein kleines silbernes Kreuz; BABY DU HAST DEINEN GLAUBEN LANGE VOR MIR...
Die Nächte scheinen mir immer klarer als könne man sie im Wind schon riechen entlang der Strassen die noch Dunkel flüstert die Stille bald, mein Freund, bald Aus den Startlöchern wo man sich längst positioniert all ihr Dichter und Denker all ihr Philosophen...
wer schenkt mir noch eine sekunde ohne leere die ich wieder dehnen könnte zu jahr und tag aus dem rucksack einer langen wanderung erinnert zerknüllte verpackung an rasten in rastlosigkeit nach erwartungsvollem abmarsch der muskelkater sitzt grinsend zwischen...
Sinnend blickt sie auf die Gleise, ein Symbol, wie es ihr scheint, für die eigne Lebensweise; Parallelen, fest vereint: Schwellen koppeln Schienenstränge aneinander, voll und ganz, doch zugleich, auf voller Länge, halten sie sie auf Distanz. So verknüpft...
Was täten wir hätten nicht vor uns andere die Götter erschaffen nach ihrem Bilde zu beweisen die Unschuld an der eigenen Schuld Mütter wären es, die die Menschen erschufen einen nach dem anderen in der Hoffnung sie glichen ihnen nicht mehr und mit dem...
Es lag auf der Wiese begehrend vereint die Liebe, tentakelt vom Hass. Sie stöhnte und lachte und hat auch geweint und geleert lag am Rande ein Fass. Sie zeugten im Mitternachtsmondenschein ein mit Wahnsinn beladenes Kind. Ich weiß, es konnt nur ein Dichter...
Wie oft muss ich noch vor´m Spiegel steh´n wie oft die Angst noch in den Augen seh´n bis ich bereit bin zu gestehen bereit es endlich einzusehen Wie oft muss ich ihn bloß noch verstehen den falschen Weg auf dem wir gehen bis ich mich endlich wirklich...
Warum springst du übers Stöckchen, fragt das Herrchen seinen Wolf. Dieser fletscht vergnügt die Zähne, wedelt freudig mit dem Schwanz, denn das Herrchen spricht so nettig, zeigt des Fressnapfs Bild und Glanz: "Ach, du bist ein doofer Köter, ach, du bist...
Jeder Mensch sollte rechtzeitig vor Ostern einen Landspaziergang unternehmen, den Lämmern, die ihm auf der Speisekarte festens begegnen werden, über den Kopf streichen und ihnen Namen geben, um dem zarten Fleische einen gewissen Wiedererkennungswert zu...
Es hält sich zu der Tierwelt Glück der Falken Zahl in Schranken. Fürs Falkner sein, ein kleines Stück, möcht´s du dich gern bedanken. Mein Vorschlag, der sieht anders aus: Versuch es mal mit Spatzen. Auf Schultern säh´n die Spitze aus, verwundern selbst...
Gehe mit deinen Gedanken ins Freie Jeder freie Gedanke braucht auch Strahlen der Sonne nach der er sich richtet jeder freie Gedanke braucht auch ein Bild der Zeit wie sie vergeht jeder freie Gedanke braucht auch den Wind der ihn trägt Gehe mit deinen...
Wenn wir langsam nebeneinander gehen vergeht unsere Zeit gleich schnell. Wenn ich vor dir her gelaufen bin und zurückkomme um dich an der Hand zu nehmen bin ich ein unscheinbares Stückchen Zeit jünger geworden als du Wenn ich dich nach meiner Reise im...
Demenz Wie ein Netz aus dunklen Tagen, im Vergessen nach und nach. Kopf gequält von tausend Fragen, hilflos fühl ich mich und schwach. Alles geht schon durcheinander, meine Wirklichkeit mir fremd. Und wenn ich auch rastlos wander, fühl ich mich doch stets...