jeden Tag neue Gedichte - von Slov ant Gali und Gästen
Zwischen all den Feiertagen möchte jeder schnell noch sagen, was er `s ganze Jahr versäumt. Mancher Streit wär beizulegen. Man sucht nach dem Wort verlegen, wonach alles aufgeräumt. Also sitzt man beieinander, setzt die Reden aneinander, lässt das Rechte...
wenn du schreist dann schreie leise leise schreien das ist weise wenn du rennst dann langsam bitte langsam möglichst in der mitte wenn du fliegst dann nah am boden und verkneif dir schrille moden ecke niemals böse an sei nicht frau und sei nicht mann...
was vor hundert jahren begann wird endlich reif dass WIR es doch noch gewinnen die deutschen unschuldiger als die anderen unschuldigen wurden heimgesucht vom unerwarteten krieg und kämpften tapfer an allen fronten unsere engelsmutter ist kein kaiser wilhelm...
Was dem einen an Bäumen goldener Glanz, ist dem Anderen Anfang des Faulens. Was dem einen ein Grund für den Herbstfeuertanz, ist dem andern ein Vorwintergraulen. Was immer du siehst, ist nicht Würstchen gleich versehen mit zwei gleichen Enden. Ein jedes...
Ich suche die Esel und mühe mich, doch dich interessiert das alles nicht. Ich zerre und schiebe den Berg sie hoch, du kannst den Moment nicht warten noch. Treibe die Esel vorbei an der Tanne, du bist schon beim Baden in der Wanne. Dann bring ich die Tiere...
Nein, mein Freund, ich werd nicht alt. Nur verrunzelt die Gestalt all der Weisheit, die ich spucke, wenn ich auf das Heute gucke, sehe, wie mir Hühneraugen Dinge zeigen, die nur taugen zum beschleunigten Vergessen. Nein mein Freund, das alles fressen...
Alle Welt steht still. Der Countdown läuft. Alle Welt steht still. Die Zeit rennt. Würdet ihr bloß den Weg den der Zeiger zurücklegt, während ihr bloß die Zeit dabei seid zu verbringen, um euch bloß auf einem eignen Standpunkt festzulegen; würdet ihr...
Setz mich hin, hier möcht ich bleiben, legga Knäcke knackt in Scheiben. Stell mir alles fein bereit, ah, jetzt ist es wohl soweit. Messer wetzen für das Futter, hart wie Stein, die olle Butter. Sanft den Käse fein gescheibt, Platz für Petersilie bleibt....
Wieder knie ich auf meiner Flucht vor den grauen Straßen dieses Lebens voller Menschen die auf den Bürgersteigen applaudierend betteln nach mehr von den erfüllten Erwartungen die sie nie an mich hatten Alleine vor einem leeren Stuhl auf dem du mich erwartet...
Welche Farbe hat die Zeit? Ist sie rot wie Liebe und Blut oder schwarz wie der Tod und vergangenes Gut? Oder ist sie so gelb wie das reifende Korn oder die Politikerfahnen, denen überall vorn? Vielleicht ist sie grün wie die Pflanzenspitzen, die zaghaft...
Fünfundneunzig Jahre verzögerter Frühstart Partei die sich nicht entscheiden konnte das Richtige zu machen bis es das Falsche war Wir haben deutsche Traditionen aus den Erfahrungen gründlich keine Konsequenzen zu ziehen Lieber sozialdemokratisieren wir...
eingeholt wird die piratenflagge korsarenzeit im geiste störtebeckers scheinbar frei aufgegeben den Kampf mit pfeffersäcken hoffnung welt wird besser ist vorbei eingeholt von den moneten die bestimmen was als möglich gilt die sind schneller noch als alle...
Gestraft mit dem Felsblock der letztlich abwärts rollt hatte es Sisyphos doch gut Er hatte die Kraft, seine Last bergauf zu bewegen Hoffnung wohl sie eines Tages doch oben abzulegen Im Tal hallt mein Wutschrei wider weil ich meine Kugel nicht rücke, vergeblich...
Einmal noch vor Liebe strotzen und mit Manneskräften protzen. Einmal noch am Strand dich lieben, dort, wo wir´s zuerst getrieben. Einmal noch erfüllt von Macht jahrelanger Hochzeitsnacht. Will zu gar nichts mich verpflichten, doch vom Sternenflug berichten,...
Der Dichter schreibt: „Es ist Advent“, im nächsten Vers: „Ein Lichtlein brennt.“ Dann rieseln „Flocken“ aufs Papier, gefolgt von „Glocken“, Zeile vier. Er konstruiert aus „Himmelstor“ ein Reimpaar mit dem „Engels-Chor“ und lässt am „Firmament so fern“...
Wie’s wohl wär, wenn’s nicht verhallte, was man um den Latz sich knallte? Wie’s wohl wär, wenn wir er-reichen die Hände uns durch Fragezeichen? Die dröhnende Stille, sie würde weichen, schrien wir’s raus mit Ausrufezeichen! Der Kenner könnt gekonnter...
Warm und weich schmiegt sich Gras an meine Füße, streichelt mir die Zehen; von Mutter Erde sanfte Grüße. Gibt mir Kraft, die mich durchdringt. Bin frei in der Natur, wo ein kleiner Vogel freundlich singt. Mein Herz schlägt froh. Ich fühl’ mich reich....
Vor einem Teller werde ich sitzen mit einem Messer in der Hand die Butter mühsam aufs Brot streichen der röhrende Hirsch an der Wand das Kirschwasser in der Hausbar und die Flinte im Schrank für die Jugend von heute oder den Tag wo ich es alles satt habe...
Als der Planet für die Menschen noch Eden hieß entdeckten die da Früchte aßen nicht deren Giftigkeit und der große Geist heilte sie immer wieder. Als die Krankheit Geburt geheißen und die giftigen Früchte Liebe nörgelte der bisher Engel zeugen ließ und...
wohin sind all die dinge verschwunden die verloren gingen es gab türen die sich schlossen verschlossen wurden vor mir von mir wege aus licht gab es die sich verdunkelten graue staubvögel nächtliche eulen schläfriges vogelgezwitscher statt hellem gesang...
Wie liebten meine Finger deine Rinde. Wie breitete ich meine Arme aus und konnte dich doch nicht umarmen. Wie weinte ich, weil die Mama schimpfte: Was hast du dich wieder eingesaut; das geht überhaupt nicht mehr ab. Dann lernte ich, du bist eine Kastanie....
An einem wenig traurigen Tag brach die uns bekannte Welt zusammen. Ein Milliardär ließ seine Vorzimmerdamen auf Tastaturen herumhämmern. Kippschalter wurden gekippt, ohne dass etwas kippte. Nirgends waren ehemals virtuelle Millionen reale Schrippen wert....
da saß er nun auf seiner fertigen erde gott der einzige und nannte sich evolution was er pflanzen nannte hatte er schon erschaffen nun sollte sich das leben verbreiten und er dachte sich ein jedes wesen möge etwas besonderes bekommen so sehe das eine...
Ich sitze hier und sing laut heiter leis mich fragend immer weiter; Hab ich nen Riss? Bin ich gerissen? Was alle Andern scheinbar wissen. Der von draußen mir am Fenster winkt, am Glashaus steht zu seh’n: er sinkt! Der Nachts heimlich am Bett mir sitzt,...
Und als es vom Himmel Gedichte regnete und der Sturm die Verse auch gegen meine Fensterscheiben schleuderte, da riss ich alle Türen auf und begann zu schreiben. Also hatte die Sintflut begonnen, dachte ich, doch kein Noah rief mich in sein abgeDICHTEtes...