jeden Tag neue Gedichte - von Slov ant Gali und Gästen
Komm, lasset uns der Angie Georg Elser sein, damit es endet ihr bald tausendjährjes Reich. Komm lassen wir dem Kabinett die frischen Winde rein, es könnt ja sein, sie zögen ab zugleich. Die Krieg wird busig van der Leyen: Erst kommt der Totschuss, dann...
Tage gab es, da hungerte ich danach, dir sagen zu dürfen, wie lieb ich dich hätte, und dass ein Kreis sich dann schloss: Wir zusammen im Bette, wo der eine den andern verschlang und genoss. Mit dem Essen schien der Hunger noch lang´ nicht vergangen, denn...
Ich wollt! Dass ich ne Fliege wär; einfach endlos ziellos akzeptieren? Halb so schwer! Hoch und zack! Das wär groß! Ich wollt! Dass ich ne Fliege wär; akzeptierte. Wo ich bin ewig rastlos. Hin und Her. Hoch und Tief. Reicht als Sinn. Ich glaub, dass ich...
Der König Abdutrullalah kennt sich mit Frauen aus. Von ihnen hat im Harem er genug für Saus und Braus. Er weiß genau, dass Autofahrn die Eierstöcke schädigt. Drum wird der Frauen Eigensinn mit Staates Stock erledigt. Der König Abdutrullalah ist einer...
Der Lyrikbaum ist abgeerntet, die letzten Blätter zupft der Wind. Und unten steh ich, such Gedanken, die neu und gut zu sagen sind. Gedichte gibt es schon Millionen, und ständig kommt wer, fügt seins an an diese lichtjahrlange Kette, wo mancher tut, was...
Dort stand sie nun vor mir in der Tür wusst' ich nichts zu tun als ihr Blick fragte: "Wofür?" Dort stand ich nun vor mir in der Tür wusst' ich nichts zu tun der Spiegel fragte: "Wofür? Doch bleibt es in mir was ich besessen heut' weiß ich, Dank dir niemals...
An einem Kaktus stand laut weinend ein Kamel. Es hatte hatte grad gehört, dass es ein Schimpfwort sei. Des Kaktus Stachelfell entfaltet Heiterkeit. Genausogut schimpft ich dich mit dem Worte Mensch. Steht wer am Wüstenrand, stockt ihm der Höckerspott....
Vor dem Schwarz geschloss'ner Lider: Farbenspiel, abstrakt und bunt. Pulsschlag hallt in Ohren wider. Turmuhr schlägt die zweite Stund'. Nutz' das Bett in voller Breite, wühle mich in Kissen fest, wälze mich von Seit' zu Seite. Federn flüstern laut Protest....
Tage wie diese zählen nücht, wenn der eine Tag einschlief und der nächste sprücht, ich bleib lügen - mein Stück vom Glück ist nicht zu krügen. Ich bin zu schwach, mich zu besügen. Ich zähl nur Tage, die gelungen, an denen ich ein Lied gesungen, an denen...
jeder mensch hat sein tier in dem er sich erkennt wie ein fuchs möchten so viele sein ein wolf die die gerade du hund genannt wurden im jahr des pferdes schleiche nicht mehr wie die katze um den heißen brei weise uhus zwinkern über der emsigkeit ameisenfleißiger...
Welch antipoetische Wortungetümlichkeit allseitig gebildete sozialistische Persönlichkeit. Jeder Phrasenfetzen unerreichbare Anmaßung. Jedes Sinnieren darüber unmöglich Springflut für Gedichte. Doch Treppenhaus für ein gutes Ziel, Wunsch an den Wolken...
Als der Mann den Stamm des Baumes zum Schwingen brachte, rief sie, ich bin doch deine Birke. Als der Mann den Stamm des Baumes mit einem Keil zum Kippen brachte, rief er entsetzt, ich bin doch eine stolze Eiche. Als der Mann zwischen Pappeln, Platanen,...
als die wärme den armen menschen unerträglich geworden die ozeane die hälfte ihres landes überflutet hatte das fleisch an den knochen ihrer verhungernden brüder zu zäh zum braten im feuer getrockneten kots war und sie starben wie die fliegen machten sie...
ich kann nur berichten, sich zu verpflichten zum dichten, ist wirklich, mitnichten, leicht man kann welche schreiben, wortspiele treiben, gedanken entleiben, im sphärischen bleiben, wenn das reicht. doch man darf sich nicht zieren, man ist längst am verlieren,...
was kann denn das Tier dafür? Ein jeder Mann gibt an: Schau, was als Gab ich hab. Solch Hirsch trägt offen und frei sein Geweih. Dass die Hirschkuh, die Frau, nach ihm schau´. Doch wer denkt heute nur an Natur. Meist das Trenkeridyll, Trophäe nicht mehr...
Jeder Mensch kämpft seinen Kampf. Bin ich müde, rauch ich Hanf. Über vierzig Jahre schon ist das meiner Mühe Lohn. So ein Pfeifchen, das tut gut. Wenn ich’s rauche, fließt kein Blut. Nur des Harzes süßer Duft steigt ganz friedlich in die Luft. Und ganz...
tags lagen sie beieinander in erstarrtem liebesspiel so scharf getrennt oben er der himmel unten sie die see mit ihrer jungen wellenhaut blauschwanger von seinem licht ich mustere beide vernunftbebrillt lächelnd er wird von einer anderen sie beherrscht...
An des Rheines hellem Strand saß eine Frau am Straßenrand, kämmt inbrünstig das gülden Haar. das ursprünglich nicht gülden war. Die Frau saß häufig hier im Sand, landauf, landab dafür bekannt, dass sie zu Männern huldreich war - vorausgesetzt, die zahlten...
Am Stammtisch, da hört man sie klagen von emanzenverdorbenen Tagen. Die wollen schon reiten auf Sybians zu Zeiten als Männerersatz, wo ist da noch Platz sie zu höchsten Gefühlen zu leiten? Du verstehst das nicht recht, das ist gar nicht schlecht, wenn...
Ich muss es fragen alter Mann was du schreibst, da glaubst du dran? Auf das vom Hocker es mich reiße steht in jedem Text die gleiche Scheiße. Vom Fallen und vom Übermut, vom Saufen und von meiner Wut, doch die Wahrheit ist, dass du schief gewickelt bist!...
Tausend Worte mir im Kopf, können nimmer sagen. Dröhnen stumm und ohne Ton. Dröhnen laut und sagen nichts. Lassen mich alleine, so sehr ich will auch schreien, wenn Feuer brennt und Steine fliegen, den Samen einer Blume gleich; ganz sanft und von Knüppelmacht...
(III) Der freiste Fisch, im weiten Meer. Weil er frei ist, leidet er sehr. Weil die Fische in den Netzen. Seit er frei ist auf ihn hetzen. (II) Weil die Fische in den Netzen den kleinen Fisch darin zerfetzen weil die Fische in den Netzen über's Netz sich...
Erst kamen sie, sie wegzuzerren von zu Hause, um sie einzusperren mit Zäunen, Panzern und mit Minen nichts als Grenzen ließ man ihnen ohne ihnen Platz zu geben müssen sie ohne Brot und Wasser leben um das Nötigste zu haben mussten sie sich Tunnel graben...
Ich weiß noch, wie er vor mir steht als fünf vor zwölf vorbei war im Glas vor mir, sich weggedreht kalt und kühl und unnahbar musst ich meine Augen schließen sah nicht mal Tränen fließen ich sehnte mich nach diesem Kind dort wie erstarrt im kalten Wind...
Es gibt eine Chance, Frieden in dein Leben zu bekommen. Kauf sie bitte ein. Manchmal, wenn ich mich so groß wie das Land fühle Mit dem samtenen Hügel in dem Wenigen, das hinter mir liegt Und meine Hände spielen den Sand Und meine Füße schwimmen in allen...