jeden Tag neue Gedichte - von Slov ant Gali und Gästen
Abschied vom Sommer Im Herzen Träume vom Sommer, dem Meer und kreischenden Seevögeln, Haare,in denen der Wind spielt, Sonnenuntergänge, glutrot und kobaltblau am Horizont. Den Geschmack deiner Haut noch auf den Lippen weiß ich, der Erdsommer ist vorbei....
Deutschlands steinerne fenster die linie von ost nach west gräben und schmerzzonen ob es genügt die starren mauern aufzustemmen das bodenbrachland mit den fremden lang getrennten händen umzupflügen? vor den augen kreuzen die alten eingebrannten seelenlinien...
Slov ant Gali Urgroßvaters Alben ( zur Diskussion im FAK ) vor seinen sehschwachen augen stapfen stalingrader stiefel über leichenstarres kunduz auf weißem laken verschläft sein übernächtigter urenkel dämmernde gedanken in ein paar tagen geht es zurück...
Herr Hinz liebt schon von Jugend her im Urlaub ein exotisch' Flair und bucht sein Feriendomizil drum in der „Dom-Rep“; das hat Stil. Dort kriegt er, weiß der Mann von Welt, etwas geboten für sein Geld, denn auch im Urlaub, heimatfern, hat Hinz Bequemlichkeit...
Die Bilder sprechen zu den Augen, die Augen sprechen zu den Bildern in einem bezeichnenden stummen Dialog bei welchem wir zusätzliche Zeugen sind einige Augen sehen nur die Oberfläche der Sachen - diese Augen sehen was die allgemeinen Augen sehen – und...
Bergahorn, Weitarmig, hochgipfelnd. Zauber des fünffingrigen Blatts, Kühle der Säfte, honiggeboren. Neu der gewöhnliche Tag. Durch die Zweige Ein Wind, der Streifen Licht fällt Auf mich, ich fang ihn auf Mit den Augen. Flieg, In den Fliederbusch flieg....
Ein Aroma von Straße Und Imbissbude trug Nächte und Morgen. Es kühlte die heißen Lippen Des ruhlosen Nein. Jeder sah die Figur Des Mutlosen. Sie trat aus dem Ungesprochnen, den verschwiegnen Schatten von S-Bahn-Brücken. Unter den Lidern schmolz, was ihm...
Du kannst Schriftsteller zu Hause sein und du kannst Schriftsteller im Exil sein einige sind seit ihrer Geburt im Exil weil sie in einem fremden Land geboren sind sie hängen mit Verzweiflung an ihrer Muttersprache wie an einem mütterlichen Nabel die anderen...
Lufthauch (II) - Abschied der Zufall wehte dich in mein Leben nicht greifbar einem Lufthauch gleich der den Staub von meinen Gedanken blies unter die Flügel meiner Fantasie griff verborgene Gefühle aufwirbelte und ich ließ es geschehen liebte den warmen...
Schmetterling der Nacht taumelnder Flug im blinkenden Rot der Neonreklame müder Blick aus glanzlosen Augen straft perlendes Lachen Lügen gnädiges Zwielicht der Morgendämmerung vertuscht die Narben der Vergangenheit Tränenspuren aber erlauben eine flüchtige...
Krieger Kämpfer, Mann der Tat, Haudegen, Recke, willst Du berühmt werden? Ein Heros? Eine Legende? Leuchtendes Denkmal verstorbener Unsterblichkeit? Willst Du Despoten trotzen, Alleinherrscher besiegen, Unterdrücker vernichten Diktatoren ausrotten dem...
Der Gatte stört hienied' auf Erden und frau will Schwarze Witwe werden ... ? Geländefahrt auf der Maschine: Ölspur in der Serpentine ... Wandertour auf Bergeskamm: Ausrutscher in tiefe Klamm ... Kenntnisse von Watt und Ohm? Fön setzt Schaumbad unter Strom...
Du fängst den Wind ein mit deinen Haaren deiner Haut der heiß aus den Bergen in die Steinwüsten hinunter weht und ich spüre ihn jetzt auch schmecke ihn halte dich fest in meinen Armen damit du ausruhen vorübergehend die dunklen sternlosen Nächte das vergossene...
verpatzte revolutionen es gibt augenblicke da öffnet sich ein spalt in eine bessere zeit unerbittlich tickt die uhr weiter wartet nicht auf drängler die sich gegenseitig hindernd nicht aneinander vorbei können ungläubig stehen die ungeduldigen wieder...
Vom Zuhören manch junger Autoren bluten mir oft meine Ohren, denn ich werde nie verstehen, warum sie das Stilmittel Reim ablehnen. Gerade weil niemand in Reimen spricht, erhalten Aussagen ein höheres Gewicht und dringen schneller zu den Menschen vor,...
Abschied Im Herzen Träume vom Sommer, dem Meer und den kreischenden Seevögeln, Haare, in denen der Wind spielt, Sonnenuntergänge, glutrot und kobaltblau am Horizont, den Geschmack deiner Haut noch auf den Lippen weiß ich, der Erdsommer ist vorbei. Holzrauch,...
Heiser hallen die heißen Schreie des Krieges, der Gewalt. Raketen werden in Planquadrate abgefeuert, Drohnen treffen Entscheidungen über Leben und Tod. Hellweißes Granatfeuer und schwarzer Napalmqualm verwandeln sich in den Nebel des Vergessens. Die Überlebenden...
Deutschland das widerspenstige wort zu viel besungen zu viel über den tisch gezogen nun liegen wir da mit aufgeschlagenem gesicht die träume längst über die stufen gestürzt und tasten doch einander neu in den armen fremde ist eingezogen unbekannter mond...
Mir träumte heut' Nacht ein wohl lieblicher Traum: Wir glitten gemeinsam durch Zeit und durch Raum, getragen von Klängen aus himmlischen Sphären, auf Lüften, als ob wir gar schwerelos wären, die Körper verschlungen in wirbelndem Sein, die Herzen, die...
Umarmung reptil schöne Schlange die so lange ach so schmeichelnd mich umschlungen die am Busen ich genährt täuschend lieblich ... deine Wohlgestalt süße Lippen die so zärtlich Liebeslieder mir gesungen mir Versprechungen gewährt listig tarntest du der...
noch immer wie gras wuchernd das alte sterbende lied vom töten weil wir der SPRACHE nicht königsmächtig sind in der WORTschaffung armgekleidet unter den menschen noch immer der wirklichkeit verheerendes spiel mit der dürftigen sehnsucht nach aufgeteiltem...
Morgens, Mit grau gewelkter Schläfe, lärmte Die Stadt. Einer ging ruhlos, Er hatte sich selbst Verloren. Er traf das Gewöhnlich Gewohnte, Fürchtete, bleiben wird es. So. Die Knöchel wundgeschlagen an Türen Der Hoffnung, Seele und Feuer erloschen. Kraftlos...
der Zufall wehte dich in mein Leben nicht greifbar für mich einem Lufthauch gleich bläst du seitdem den Staub von meinen grauen Gedanken greifst mit frischer Brise unter die Flügel meiner Fantasie wirbelst verborgene Gefühle auf die ich längst verstorben...
Gewissen & Glück Was wir seit alten Zeiten wissen ist, dass ein reinliches Gewissen das Beste sei als Ruhekissen. Jedoch frönt Hinz nem neuen Brauch, Gewissen sei ihm Schall und Rauch – ein volles Konto tut es auch. Besitzt er Werte viele Stück, kassiert...
In der steinernen Stadt Ein kleiner südlicher Wind. Staub, Auf den Grund der Straßen gewirbelt, In den Asphalt geprägt. Die Sommernacht seufzt. Der Himmel, alt und sternenlos, Wandert. Ein Grillenruf. Schöner Schlaf der Rosenbüsche. Arglos schlägt das...