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Gedichte des Tages - Slov ant Gali und Gäste

jeden Tag neue Gedichte - von Slov ant Gali und Gästen

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Angelika Zöllner: ost-west I

Deutschlands steinerne fenster die linie von ost nach west gräben und schmerzzonen ob es genügt die starren mauern aufzustemmen das bodenbrachland mit den fremden lang getrennten händen umzupflügen? vor den augen kreuzen die alten eingebrannten seelenlinien...

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Angelika Zöllner: ausländer

weiß ich nicht wirklich wer außer landes ist du oder ich jeder der sich auspflanzt wird mit fremde übergossen woher nehm’ ich das recht oben oder unten zu stehen trau’ ich mich bald nicht mehr ausländer anzusprechen weil sie sich abgrenzen von dem bissigen...

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Hanna Fleiss: Schönholz

Märztrieb der Gräser. Hinter Zäunen Das Dorf, Gehöfte Aus Rauch und Hundegebell. Der vielbegangne Schotterweg. Weit öffnet sich der Blick. Ein Gräberfeld. Der Obelisk. Die Pietà. Russland, die Mutter, Beweint ihre Söhne, bewacht Ihren letzten Schlaf....

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Gunda Jaron: BITTER

Das Salz, mit dem ich das tägliche Einerlei zu würzen versuche ... Gleichgültig reibst du es in die kleinen Wunden, die dein Egoismus mir geschlagen hat, ersetzt es durch Wermutkraut, Den Honig, mit dem ich den faden Alltag zu süßen versuche ... Mit eisigem...

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Gunda Jaron: Oller Frühling......

Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte. Opa greift nach Omas Hand, tätschelt zärtlich ihre Hüfte, fühlt erwachen neue Triebe frisch erblühter Lendenlust, wünscht', dass es bis Herbst so bliebe. Oma schiebt schon Dauerfrust. Vögel...

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Angelika Zöllner: ost-west II

Deutschland das widerspenstige wort zu viel besungen zu viel über den tisch gezogen nun liegen wir da mit aufgeschlagenem gesicht die träume längst über die stufen gestürzt und tasten doch einander neu in den armen fremde ist eingezogen unbekannter mond...

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Ursula Gressmann: Ein Anderer

Immer ein Anderer sein, ein Anderer als ich sein könnte, ein Anderer als ich sein möchte und immer anders, als ihr mich seht, ich der Andere, den die Anderen niemals sehen können.

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Gunda Jaron: ANSCHLUSS VERPASST

Irgendwie haben wir ihn verpasst, unseren Anschlusszug ... Bequem war er, der Pendelverkehr mit Zuverlässigkeitsgarantie. Hin und her fuhren wir, in aller Freundschaft, jahrelang, ganz selbstverständlich. Selten gab es Probleme auf der Strecke. Dann ging...

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Angelika Zöllner: ost-west III

vaterlandsgarten wenn grenzen sich auflösen wachsen meine inneren mauern nichts ist mehr wie es war doch das gerede um den vaterlandsgarten blüht als wäre da nichts gestanden zwischen gestern und morgen übermorgen bringt die antwort der wind wie von ungefähr...

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Ursula Gressmann: zu früh/zu spät kommen

in der falschen Zeit das Richtige verpassen zu spät für die Gegenwart zu früh für die Zukunft zu früh zu spät kommen in Auflösung begriffen sein im Übergang es nicht bemerken früh zu spät wissen

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